Lüdemann, Hermann (1842-1933)

Hermann Lüdemann (1842-1933) aus Kiel war evangelischer Theologe. Ab 1884 Professor für Kirchengeschichte, ab 1891 zusätzlich für systematische Theologie an der Universität Bern. Rektor 1900-1901.

HBLS; 4/720.
RGG; 3/ Sp.2404.

Als 1883 Nippold die Nachfolge Hases in Jena antrat, wählte die Regierung Hermann Lüdemann zum Ordinarius für Kirchengeschichte. Er trug Geschichte der Philosophie vor, gründete 1886 das kirchengeschichtliche Seminar und ging später zur systematischen Theologie über. Für ihn war die Rechtfertigung aus dem Glaubendas reformatorische Prinzip, was ihn unter anderem dazu veranlasste , vor der Überschätzung der Täufer zu warnen. Auf Grunde einer an Leibniz orientierten Erkenntnistheorie kam er zu einer neuen Konzeption der Dogmatik. Er lehnte die Lehren von Urstand, Erbschuld und stellvertretender Genugtuung Christi ab und gestaltete die Christologie, Soteriologie und Gotteslehre um.
Guggisberg 1958; 695

 

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